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Mission Zehnkampf – Alex übertrifft sich in Lausanne selbst

Zehnkampf-Debüt am Eidgenössischen Turnfest: Ein Jahr, zehn Disziplinen, neun Bestleistungen und ein starkes Ausrufezeichen!

Vor ziemlich genau einem Jahr kam Alex mit einem ehrgeizigen, aber noch bescheiden klingenden Ziel auf mich zu: „Ich möchte einmal in meinem Leben einen Zehnkampf absolvieren.” Was damals nach einer einmaligen sportlichen Herausforderung klang, hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem ambitionierten Projekt mit erstaunlichem Ausgang entwickelt. Als Trainer darf ich sagen: Was Alex beim Eidgenössischen Turnfest in Lausanne geleistet hat, war schlichtweg beeindruckend.

Dass der Zehnkampf in Sachen Vielseitigkeit, Koordination und Ausdauer die Königsklasse der Leichtathletik ist, muss keinem Kenner erklärt werden. Innerhalb eines Jahres zehn Disziplinen – von Sprint über Sprung und Wurf bis zum technisch anspruchsvollen Stabhochsprung – so zu trainieren, dass sie im Wettkampf bestehen, ist fast unmöglich. Entsprechend war früh klar: Eine kluge Priorisierung war nötig.

Gerade für die technisch anspruchsvolle Disziplin Stabhochsprung war schnell klar, dass gezielte externe Unterstützung nötig war. Alex durfte hierfür bei der Stabgruppe Herisau mittrainieren, was einen grossen Gewinn darstellte und seine Entwicklung in dieser Disziplin spürbar voranbrachte. Parallel dazu konzentrierten wir uns im Vereinstraining auf die fünf Disziplinen des Leichtathletik-Mannschaftsmehrkampfs, um dort eine solide Basis zu schaffen. Ergänzend wurde in technischen Zusatztrainings, im Kraftraum sowie durch Eigeninitiative und Selbststudium an den übrigen Disziplinen gearbeitet. Unser Ziel war es nie, in jeder Disziplin perfekt zu sein, sondern am Wettkampftag konstant und zuverlässig durch alle zehn Wettbewerbe zu kommen.

Beim grossen Auftritt in Lausanne war es dann so weit: Alex absolvierte seinen allerersten Zehnkampf – und übertraf dabei nicht nur seine eigenen Erwartungen, sondern auch meine als Coach. Mit 4846 Punkten belegte er einen herausragenden 32. Rang von 205 Athleten in der Kategorie Männer. Bemerkenswert ist jedoch nicht nur die Platzierung: In neun von zehn Disziplinen konnte Alex eine neue persönliche Bestleistung aufstellen. Das ist eine Bilanz, die selbst erfahrene Mehrkämpfer selten erreichen, und ein klarer Beweis dafür, dass die Trainingsstrategie aufging.

Ergebnisse Tag 1

Ergebnisse Tag 2

–            100:                 12,22 s

–            Diskus:            25:92 m

–            Stab:                3.60 m

–            Speer:              40.16 m

–            400:                 57.03 s

–            110H:              19,54 s

–            Weit:               5.26 m

–            Kugel:             10.00 m

–            Hoch:               1.70 m

–            1500:               5:05.11 min

 

Aus einem „Ich will es einfach mal schaffen“ wurde ein echtes Ausrufezeichen. Mit dem erfolgreichen Debüt ist direkt nach dem 1500-Meter-Lauf – noch unter Schnappatmung – das nächste Ziel geboren: Im nächsten Zehnkampf die 5000-Punkte-Marke zu knacken. Das Potenzial ist da, die Basis stimmt und das ist mit weiterhin diszipliniertem Training durchaus möglich.

Als Trainer erfüllt es mich mit Stolz, einen Athleten wie Alex begleiten zu dürfen, der so viel Disziplin, Offenheit für Neues und echten Biss mitbringt. Es war mir eine Freude, diesen Weg mitzugehen, und ich freue mich umso mehr auf die Fortsetzung.

Herzliche Gratulation, Alex – du hast dein Ziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen!